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Lünen, 17.IV.2006

An die Männer da draußen

Ich hab da mal eine Frage. Nun, eigentlich habe ich einen ganzen Berg fragen, aber sie alle haben mit der Diskrepanz von Reden und Handeln zu tun, die ich bei Euch beobachte.

Warum zum Beispiel gibt es Männer unter Euch, die mir sagen, dass sie mich anziehend finden und lassen dem dann keine Taten folgen? Ihr kennt mir doch alle gut genug, um zu wissen, dass ich am leichtesten auf spontane, entschlussfreudige Männer reinfalle, die die Initiative übernehmen und mich davon überzeugen, dass ich will, was sie wollen. Ihr könnt doch nicht allen ernstes glauben, dass ihr mir weiß machen könnt, dass ihr der perfekte Mann für mich seid, wenn ihr sittsam neben mir auf der Couch sitzen bleibt und nicht mal versucht mich in dem Moment zu küssen oder anderweitig unsittlich anzufassen?!? Ich verstehe Euch nicht.

Warum seid ihr immer zu spät im Fragen stellen? Da baggere ich Euch ewig an, mache Euch klar, dass ich gern Euer Spielzeug wäre und ihr seid viel zu vorsichtig, um darauf einzugehen. Schön und gut. Aber dann Monate später anzukommen und die verpasste Chance diskutieren zu wollen, oder beleidigt auf die Rückweisung eines Heiratsantrags reagieren, der mindestens ein Jahr zu spät kommt, das kann doch schon fast nicht mehr wahr sein.

Warum gebt ihr mir manchmal das Gefühl die einzige Frau auf der Welt zu sein, nur um Euch dann tagelang nicht mehr zu melden? Okay, ich bin ein Aufmerksamkeitsjunkie und bräuchte jeden Tag mindestens ein Zeichen Eurer Zuneigung, um mich sicher zu fühlen. Aber Eure Aufmerksamkeitsschwankungen bringen mich manchmal fast um die Selbstachtung. Mal ruft ihr an, seid super charmant, sprüht vor männlicher sexueller Energie, dass mir ganz anders wird und dann wieder redet ihr von Gott und der Welt als wenn nie etwas anderes gewesen wäre. Auf e-Mails antwortet ihr nur wenn Euch danach ist, mal seid ihr wahre Poeten dabei und dann schlimmer als der schlimmste Legastheniker. Kommunikation ist nicht so eure Stärke, oder?

Und warum verschickt ihr CDs voller Liebeslieder, nur um dann wieder ganz unverfängliche Telefongespräche zu führen? Ihr solltet doch so langsam gelernt haben, dass das Frauen ins emotionale Chaos stürzt. Und wenn sie Euch dann nachlaufen, fangt ihr an, sie langweilig und nervig zu finden. Ihr seid doch alle völlig durchgeknallt. Vom Gegenteil ließe ich mich sehr gern überzeugen - denn im Grunde mag ich Männer viel zu sehr.
17.4.06 20:56


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Bayreuth, 12.IV.2006

Warum verliebt sich der Mensch?

Diese und ähnliche Fragen treiben mich momentan um. Warum verlieben? Warum hoffnungslos verlieben? Ist das nicht Verschwendung von Ressourcen? Ein völlig unökonomischen Vorgehen? Warum investiert man Gefühle, Zeit, Energie, Schlaf, Gedanken in eine so unsichere Anlage? Nur weil jemand nett und charmant ist und wahrscheinlich zu allem Überfluss noch gut riecht, muss man sich doch nicht gleich in dieses Gefühlschaos aus Hoffnung, Unruhe, Vermissen, Wut, Frust, Hoffnung, Abwarten, rationalen Spielereien und emotionalen Ausbrüchen stürzen?!? Gut, wenn man die Entscheidung hätte, täte man es wohl nicht.
Und warum muss es Frühling sein und die Hormone verrückt spielen?

Ich gebe zu, ohne all dies, wäre das Leben nur halb so schön. Emotionale Achterbahnfahrten zeigen mir, dass ich noch lebendig bin. Aber warum muss es nach dem Gipfel immer so schnell wieder ins Tal gehen? Warum kann liebgehabt werden nicht einfach mal ne Weile anhalten?
12.4.06 13:16


Lünen, 28.III.2006

Ein Abend in meiner Heimatstadt

Mir steht das 5jährige Abiturtreffen bevor. Als ich die Einladung überkam, erfasste mich das Grauen. In kleinen Flashs kamen Erinnerungen an die Schulzeit wieder und mein damaliges Lebensgefühl: fehl am Platz zu sein. Sicherlich gab es damals lustige Zeiten, nette Freunde, tolle Lehrer, aber insgesamt kam ich mir doch ein wenig wie ein Freak vor. Die Leute waren cooler als ich, betrachteten Fremdworte als Krankheiten und jedwede Äußerung von Intelligenz als Zeichen von Schwäche. Schön und gut, ich verschwand zum Studium aus meiner Heimatstadt und habe die Leute und die Umgebung nie vermisst.

Mit einigen wenigen hielt ich sporadischen Kontakt. So kontaktierte ich nach Erhalt der Einladung zum Klassentreffen eine alte Schulfreundin. Eine intelligente, ausgeflippte Frau, die schon damals mit immer wechselnden Haarfarben, Springerstiefeln, Piercings und schrillen Klamotten auffiel. Sie hat sich nicht wesentlich verändert, die Zahl der Piercings ist exponentiell gestiegen und sie macht eine Ausbildung als Friseuse in einer Szenekette für Haarschnitte.

Diesen Abend verbrachte ich mit ihr in unserer alten Stammkneipe, der damals einzigen Kneipe Lünens, in der sich junge Leute trafen. Sie nennt sich "Campus" und ihr akademischer Anspruch beschränkt sich auf die Bücherfakes, die in den Regalen über den Tischen stehen und unter denen der Duden etwa 20mal zu finden ist.

Kaum hatten wir unsere Pizza vor uns stehen, tauchten zwei alte Klassenkameraden auf. Keinen von ihnen hatte ich in den letzten fünf Jahren gesehen. Sie setzten sich zu uns und wir plauderten über alte Zeiten und vor allem darüber, was aus den Leuten, die wir damals so kanntem geworden ist. Ich kann vorab so viel verraten, dass ich mit meinem eigenen Leben unendlich zufrieden bin, besonders nachdem ich die vielen Geschichten gehört habe.

Fangen wir unspektakulär an. Eine Reihe von Leuten haben ihre ursprünglichen Studienpläne aufgegeben und sind auf Lehramt umgestiegen. Das kommt in vielen Stufen vor, sollte Menschen aber davon abhalten ihre Kinder in NRW zur Schule zu schicken.

Ein paar hatten in Dortmund Informatik studiert, einige wenige haben sich an der Uni durchsetzen können, viel mehr sind an die FH gewechselt. Manche haben ihr Vordiplom noch immer nicht fertig.

Einer heiratet jetzt seine russische Brieffreundin. Dank des katholischen Elternhauses wird auch gleich geheiratet. Momentan erledigt er die Rennereien bei den Ämtern, damit das Kind in Deutschland zu Welt kommen kann.

Eine ist mit dem Stiefvater ihres Exfreundes verheiratet und hat von ihm zwei Kinder.

Einer ist Totengräber geworden und in der Wohnung eines seiner Freunde hängt ein Oberschenkelknochen an der Wand.

Einer lässt sich für die Linke Liste aufstellen und will zur Völkerverständigung ein Jahr nach Kuba. Nebenbei studiert er in Münster Jura.

Eine war zuletzt hinter der Theke im Sonnenstudio gesehen - ob als Nebenjob oder Beruf ist nicht klar - zumindest wird sie ein Diplom als Sonnentante gemacht haben.

Einer hat sich zum Filialleiter einer REWE-Filiale ausbilden lassen.

Einer anderer ist zum dritten Mal an seinem Abitur gescheitert und bewirbt sich nun erfolglos auf eine Ausbildung zum Fitnesskaufmann.

Von einem Pärchen ging er zur Marine und sie ließ sich zur Krankenpflegerin ausbilden - sie wohnen seit fünf Jahren mit seiner Mutter in einer Wohnung.

Von vielen haben wir gar nichts mehr gehört - manche Namen haben wir glatt vergessen. Es geistern Geschichten von versuchten Musikerkarrieren in Berlin und Paris durch die Stadt, von Berufstöchtern und Drogenkarrieren, Kreditkartenbetrügen und Knastepisoden. Nichts genaues weiß man.

Ein paar Menschen studieren brav Jura, andere Industriedesign oder Ingenieurswissenschaften. Vielfach sind es grad die langweiligen Menschen von damals, die sich heute ein stabiles Leben aufgebaut haben. Wenige haben es weiter als bis nach Dortmund, Bochum oder Münster zum Studieren geschafft und viele wohnen heute noch zu Hause. Im ganzen erscheint mir der Schnitt ziemlich krass.

Die Jungs verließen die Kneipe vor uns. Als wir dann aufstanden, sprach uns ein Junge um die 20 vom Nebentisch an, der dort mit drei Mädels saß. Ob wir die beiden Typen gut kennen würden. Ob wir die Freundinnen seien. Auf unsere fragenden Blicke klärte er uns darüber auf, dass er mal mit einem von beiden zusammen gewesen sei. Ein netter Abschluss des Abends, wie ich finde.
28.3.06 22:49


Lünen, 19.III.2006

Wie sich erkennen lässt, habe ich heute einen Ortswechsel vorgenommen. Nachdem ich um 5:40 aus dem Bett gepurzelt bin, habe ich mich auf den Weg nach Lünen gemacht. Bei strahlendem Sonnenschein fuhr ich los, ganz nach dem Motto "Wenn Engel reisen", bis ich dann hinter Schweinfurt in eine Nebelmilchsuppe hineinbrauste, die ich bis zu Hause nicht mehr los wurde.
Nunja, nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf ist die Sonne auch hier angekommen (ja, ich fahre zu schnell) und ich werde gleich ein wenig vor die Tür gehen. Die Bayreuther Lünen-Fraktion ist also wieder komplett versammelt.
In den nächsten Tagen werde ich hier ein paar Sachen erledigen, bei denen ich anwesend sein muss: Arztbesuche, Versicherungskram, billiger Haarschnitt bei meinem Friseur seit Kindertagen...
Danach geht es weiter nach Ostfriesland. 700 km am Stück waren doch etwas weit, aber mit der Zwischenstation sind meine Kalkulationen positiv rausgekommen.

Motto des Tages: Wir sind zu jung, um keine Dummheiten zu machen.
19.3.06 15:24


Bayreuth, Mittwoch 15.III.2006

Wale gehören nicht ins Schwimmbad.

Darf ich meine Entnervung kundtun? Ich war grad schwimmen. Ja, mich hat der Bewegungswahn übermannt. Nachdem ich mir zu Hause fast auf die Unterlippe trat und vor akuter Unlust handlungsunfähig war, entschloss ich mich dem Abhilfe zu schaffen und in städtische Bad zu gehen. So weit so gut.
Gut zufrieden kam ich im warmen Nebel der Schwimmhalle an, atmete die bläulichen Chlordünste ein und war noch ganz verwundert ob der Erfüllung meines Vorsatzes, da kreuzte auch schon ein Wal meine Bahn. Schnaufend, wie in Zeitlupe, von rechts nach links das Becken durchquerend. Und nicht nur einer, nein, da tauchte gleich ein zweiter Wal auf, nicht weniger massig als der zweite. Sie nahmen gleich drei Schwimmbahnen ein, sodass alle anderen Schwimmer und auch ich beständig um sie herum schwimmen mussten. Denn Wale sind langsam. Sie scheinen fast auf der Stelle zu stehen, im Wasser, den Bauch tief in die Wellen gelegt, stoßen sie das eingeatmete Wasser in gleichbleibenden Abständen hervor. Dabei scheinen sie ein tiefes Seufzen auszustoßen, dass der Massen Rechnung trägt, die sie durch das Becken stemmen. Noch faszinierender ist die Sprache der Wahle. Beim Schwimmen einander zugewannt scheinen sie sich über allerlei Sorgen auszutauschen, die das kleine Menschlein gar nicht erfassen kann.
Bei all dem haben sie etwas unheimlich Menschliches an sich und manchmal scheint es gar, als unterhielten sie sich in Oberfränkisch.

Eines ist klar: Wale gehören nichts ins Schwimmbad!
15.3.06 19:27


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