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Weltbetrachtungen

WOL, 17.X.2006

Der Ostfriese an sich...
... ist schon ein komischer Kauz.

Da waren wir gestern zu Besuch in einem kleinen, pittoresken Städtchen. Alte kleine Häuser neben stadtlichen Kirchen in einer intakten Altstadt. Mit Heimatmuseum und Teich im Park. Und eigenem Hafen mit Fischerdörfern und alten Kuttern. Alles, was das nostalgische Herz höher schlagen lässt.
Und was macht der Ostfriese? Dort, wo man gemütlich zum Einkaufsbummel entlangschlendern wollen würde, brausen Autos durch die engen Gassen. Nix Fussgängerzone oder so.
Was aber noch viel Schlimmer ist: am Hafen gibt es kein Café!!! Nirgends. Zwei abgewrackte Kneipen, die gar nicht einladend wirken, einen Töpferladen, einen Psychiater, einen Friseur und eine Pension mit Namen "Waidmannsheil". Aber kein Café - auch nicht im Sommer!!!

Nunja, hier ist eben alles etwas beschaulicher.
Ein wenig aus der Welt.
17.10.06 18:20


WOL, 06.X.2006

So langsam habe ich mich in meinem neuen Leben sortiert. Versuche mit grad bei den Ostfriesen zurecht zu finden. Vorgestern bin ich gleich mal mit dem Rad zum Bäcker gefahren. Obwohl oder gerade weil es regnete. Gescheitert wäre ich allerdings fast an dem Fahrrad. Man nehme sich vor zu fest anziehenden Bremsen in der Kombination mit Alu-Leichträdern in Acht!!! Will man in der Kurve langsamer werden, steht man plötzlich völlig still. Beim Sprung vom Rad reißt man dann nur allzu leicht auch noch den Lenker hoch, was ein bisschen wie ein durchgehendes Pferd für Anfänger wirkt. Aber keine Sorge, alle Ohren sind noch dran.

In Zukunft wird es hier also Betrachtungen über Ostfriesen, das Leben in Beziehungen und das wechselhafte Wetter geben.

Quote of the Day:
"Wir sind doch alle nur Busen." Tammo

In diesem Sinne: Lasst Euch nicht hängen!
Nina
6.10.06 14:00


kurze Pause

Liebe Leute,

einige von Euch haben sich bestimmt schon gewundert, warum mein Blog in letzter Zeit stillschweigt. Einen direkten Grund kann ich nicht geben. Nur so viel:
Ich habe meine Diss geschmissen, was Zeichen meiner zunehmenden Frustration mit der akademischen Welt ist. Eure Nina hat grad ganz viel Lust auf Realität und versucht nun den Quereinstieg in die Welt der Wirtschaft. Das gestaltet sich ganz schön schwierig mit einem so metatheoretischen Bildungshintergrund. Nebenbei erkennen mich meine Freunde fast nicht wieder, da ich zusätzlich auch noch Interesse am Erwachsensein entwickle und eher über Häuser mit Erdwärme und Kindererziehung nachdenke, als über epistemologische Grundsätzlichkeiten.
Der andere wichtige Grund ist, dass ich verliebt bin und vom glücklich sein noch ganz gefangen genommen. Drum so wenig Geheule und analytischer Männerhass auf dieser Seite. Ich hoffe, Ihr könnt gönnen.

Wort des gestrigen Tages: dropsig.
Dank an Ritter und Knappe!

Bis die Tage...
27.6.06 16:11


Bayreuth, 23.IV.3006

Männer sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Jahrelang habe ich sie umgangen: die Semesteranfangsparty auf dem Herzogkeller. Ob es heute nacht Verzweiflung, Übermut, ein akuter Anfall von Realitätsferne oder Menschenliebe war, der mich dorthin brachte, lässt sich nicht mehr vollständig rekonstruieren. Vor allem wohl der Wunsch mal wieder zu tanzen.

Nunja, letzterer wurde vom DJ boykottiert, der einen schlechten Song nach dem andern spielte und selbst die paar guten Stücke so schlecht mixte, das nicht mehr viel zum Tanzen übrig blieb. Trotzdem haben wir es versucht. Was dann wieder von schaulaufenden Gänschen mit ihren Fanclub, Horden von Jungs, die nur im Rudel stark sind und auf der Tanzfläche stehenden obercoolen Nichttänzern behindert wurde. Irgendwann begann ich die Ellenbogen auszufahren, was ich aber ließ, als einer davon im fetten Bauch eines neureichen Ralph Lauren Polo Trägers stecken blieb. An vielen Stellen hättte ich mir ein langes, spitzes Fleischermesser gewünscht, um es jedem in den Rücken zu rammen, der meinen Tanzradius durchquerte.

Grundsätzlich hätte mir das alles nicht viel gemacht, wenn ich nicht schon wegen des Publikums frustriert gewesen wäre. Dass ich mit den anwesenden, in Gruppen pinkeln gehenden und große Augen zu Allem machenden Mädchen nichts anfangen kann, ist mir ja schon lange klar. Ich habe gelernt damit zu leben, dass es sie in meiner Welt gibt. Was mich heute so erschütterte, waren die zugehörigen Jungs. Milchbubis (alle irgendwie kleingewachsen und die 1,80 m Marke kaum überschreitend) in diversen lässigen Aufmachungen. Sie stehen mit versteinerten Gesichtern an der Theke oder am Rand der Tanzfläche, halten sich an ihrem Veltins V+ fest und checken Bräute aus. Sie lassen ihre Blicke über die Tanzfläche gleiten, schauen sich zwischendurch gegenseitig an und ich kann sie schon morgen gemeinsam von "der geilen blonden Braut" sprechen hören. Am Bild der gesichteten Mädels geilen sie sich noch die nächste halbe Woche auf, denken beim Masturbieren an sie und haben doch nicht einmal den Versuch gestartet die Frau anzufassen.

Wahrscheinlich bin ich hoffnungslos altmodisch, aber für mich hatte Disko und Tanzen immer etwas mit Erotik und Körperkontakt zu tun, war ein Hüftschwung die Verheißung von Sex und die Tanzfläche das Jagdrevier. Diese Zeiten sind wohl vorbei. Die Jungs von heute schaffen es maximal der Frau von Ferne in die Augen zu sehen und beim Rausgehen den billigen Spruch "Dir ist woh kalt" abzudrücken, wenn Frau sich ihre Jacke schnappt um schnellstmöglich der traurigen Party zu entfliehen.
23.4.06 02:11


Lünen, 28.III.2006

Ein Abend in meiner Heimatstadt

Mir steht das 5jährige Abiturtreffen bevor. Als ich die Einladung überkam, erfasste mich das Grauen. In kleinen Flashs kamen Erinnerungen an die Schulzeit wieder und mein damaliges Lebensgefühl: fehl am Platz zu sein. Sicherlich gab es damals lustige Zeiten, nette Freunde, tolle Lehrer, aber insgesamt kam ich mir doch ein wenig wie ein Freak vor. Die Leute waren cooler als ich, betrachteten Fremdworte als Krankheiten und jedwede Äußerung von Intelligenz als Zeichen von Schwäche. Schön und gut, ich verschwand zum Studium aus meiner Heimatstadt und habe die Leute und die Umgebung nie vermisst.

Mit einigen wenigen hielt ich sporadischen Kontakt. So kontaktierte ich nach Erhalt der Einladung zum Klassentreffen eine alte Schulfreundin. Eine intelligente, ausgeflippte Frau, die schon damals mit immer wechselnden Haarfarben, Springerstiefeln, Piercings und schrillen Klamotten auffiel. Sie hat sich nicht wesentlich verändert, die Zahl der Piercings ist exponentiell gestiegen und sie macht eine Ausbildung als Friseuse in einer Szenekette für Haarschnitte.

Diesen Abend verbrachte ich mit ihr in unserer alten Stammkneipe, der damals einzigen Kneipe Lünens, in der sich junge Leute trafen. Sie nennt sich "Campus" und ihr akademischer Anspruch beschränkt sich auf die Bücherfakes, die in den Regalen über den Tischen stehen und unter denen der Duden etwa 20mal zu finden ist.

Kaum hatten wir unsere Pizza vor uns stehen, tauchten zwei alte Klassenkameraden auf. Keinen von ihnen hatte ich in den letzten fünf Jahren gesehen. Sie setzten sich zu uns und wir plauderten über alte Zeiten und vor allem darüber, was aus den Leuten, die wir damals so kanntem geworden ist. Ich kann vorab so viel verraten, dass ich mit meinem eigenen Leben unendlich zufrieden bin, besonders nachdem ich die vielen Geschichten gehört habe.

Fangen wir unspektakulär an. Eine Reihe von Leuten haben ihre ursprünglichen Studienpläne aufgegeben und sind auf Lehramt umgestiegen. Das kommt in vielen Stufen vor, sollte Menschen aber davon abhalten ihre Kinder in NRW zur Schule zu schicken.

Ein paar hatten in Dortmund Informatik studiert, einige wenige haben sich an der Uni durchsetzen können, viel mehr sind an die FH gewechselt. Manche haben ihr Vordiplom noch immer nicht fertig.

Einer heiratet jetzt seine russische Brieffreundin. Dank des katholischen Elternhauses wird auch gleich geheiratet. Momentan erledigt er die Rennereien bei den Ämtern, damit das Kind in Deutschland zu Welt kommen kann.

Eine ist mit dem Stiefvater ihres Exfreundes verheiratet und hat von ihm zwei Kinder.

Einer ist Totengräber geworden und in der Wohnung eines seiner Freunde hängt ein Oberschenkelknochen an der Wand.

Einer lässt sich für die Linke Liste aufstellen und will zur Völkerverständigung ein Jahr nach Kuba. Nebenbei studiert er in Münster Jura.

Eine war zuletzt hinter der Theke im Sonnenstudio gesehen - ob als Nebenjob oder Beruf ist nicht klar - zumindest wird sie ein Diplom als Sonnentante gemacht haben.

Einer hat sich zum Filialleiter einer REWE-Filiale ausbilden lassen.

Einer anderer ist zum dritten Mal an seinem Abitur gescheitert und bewirbt sich nun erfolglos auf eine Ausbildung zum Fitnesskaufmann.

Von einem Pärchen ging er zur Marine und sie ließ sich zur Krankenpflegerin ausbilden - sie wohnen seit fünf Jahren mit seiner Mutter in einer Wohnung.

Von vielen haben wir gar nichts mehr gehört - manche Namen haben wir glatt vergessen. Es geistern Geschichten von versuchten Musikerkarrieren in Berlin und Paris durch die Stadt, von Berufstöchtern und Drogenkarrieren, Kreditkartenbetrügen und Knastepisoden. Nichts genaues weiß man.

Ein paar Menschen studieren brav Jura, andere Industriedesign oder Ingenieurswissenschaften. Vielfach sind es grad die langweiligen Menschen von damals, die sich heute ein stabiles Leben aufgebaut haben. Wenige haben es weiter als bis nach Dortmund, Bochum oder Münster zum Studieren geschafft und viele wohnen heute noch zu Hause. Im ganzen erscheint mir der Schnitt ziemlich krass.

Die Jungs verließen die Kneipe vor uns. Als wir dann aufstanden, sprach uns ein Junge um die 20 vom Nebentisch an, der dort mit drei Mädels saß. Ob wir die beiden Typen gut kennen würden. Ob wir die Freundinnen seien. Auf unsere fragenden Blicke klärte er uns darüber auf, dass er mal mit einem von beiden zusammen gewesen sei. Ein netter Abschluss des Abends, wie ich finde.
28.3.06 22:49


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